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Richtlinie über Märkte und Finanzinstrumente (MiFID II/ MiFIR) – Neue Anforderungen an Wertpapierdienstleistungsunternehmen

Die Finanzkrise 2008 hat die Europäische Kommission dazu veranlasst, die im November 2007 in Kraft getretene Richtlinie über Märkte und Finanzinstrumente (MiFID) mit in Kraft treten der MiFID II Richtlinie und MiFIR Verordnung in den EU-Mitgliedsstaaten zu verschärfen. 

Eine Überführung in nationales Recht findet durch den Regierungsentwurf des zweiten Finanzmarktnovellierungsgesetzes (2. FiMaNoG) vom 21. Dezember 2016 statt, wobei umfassende Anpassungen im Wertpapierhandelsgesetz (WpHG), Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB), Börsengesetzt (BörsG) und Kreditwesengesetz (KWG) umgesetzt werden. Die regulatorischen Anforderungen sind bis zum 3. Januar 2018 von sämtlichen Wertpapierdienstleistungsunternehmen (WpDU) zu operationalisieren. Von MiFID II wird jeder betroffen sein, der an den Wertpapiermärkten agiert- gleich in welcher Rolle

Ziel der MiFID II – Richtlinie ist

  • die Stärkung des Anlegerschutzes,
  • verbesserte Markttransparenz der Finanzmärkte,
  • Integrität der Finanzdienstleister,
  • verbesserter Wettbewerb,
  • und die Harmonisierung aufsichtsrechtlicher Regelungen innerhalb der EU.

Die Umsetzung der Richtlinie wird nach unserer Einschätzung mit hohem Aufwand verbunden sein. Zudem sind starke Auswirkungen auf die Strategie und das Geschäftsmodell von Finanzmarktteilnehmern zu erwarten.

Wesentliche Neuerungen der regulatorischen Anforderungen unter MiFID II ergeben sich insbesondere im Hinblick auf die Stärkung des Anlegerschutzes, Markt- und Handelstransparenz sowie Compliance und Corporate Governance.

Anlegerschutz

  • Etablierung eines Produktgenehmigungsverfahrens (Product Governance) für einen definierten Zielmarkt an Endkunden.
  • Eignung und Angemessenheit- die Eignung einer Anlageempfehlung im Kontext der Markterwartungen und des Risikoprofils, Erfahrungs- und Verständnishorizonts eines Anlegers. Dabei wird das nationale Beratungsprotokoll von einer EU-weiten, vereinfachten Geeignetheitserklärung abgelöst.
  • Umsetzung eines Provisionsverbotes bei der der Erbringung von Anlageberatung, Portfoliomanagement und sonstigen Wertpapier(neben)dienstleistungen. Betroffen sind in erster Linie Bestandsprovisionen und Retrozessionen (Kick-backs). Ggf. Anpassung des Vergütungssystems.
  • Errichtung eines Researchbudgets und Researchkontos sowie Umsetzung eines aufsichtsrechtlichen Verrechnungsstandards von Researchkosten.
  • Detaillierte Kostenoffenlegung und Veranschaulichung der Gesamtkosten im Hinblick auf die Rendite.

Handel und Märkte

  • Die Best Execution umfasst die Verpflichtung für Wertpapierfirmen nachweislich jene Ausführungsplätze auszuwählen, auf denen für ihre Kunden das gleichbleibend beste Ergebnis hinsichtlich der Ausführungswahrscheinlichkeit, Ausführungskosten und -schnelligkeit erzielt wird.
  • Jährliche Veröffentlichung der fünf wichtigsten Handelsplätze/ Broker.
  • Aufnahme von Provisionen in das Kundenreporting.
  • Etablierung eines Transaktionsreportings an die BaFin.
  • Verwirklichung einer Vorhandelstransparenz (ex-ante) und Nachhandelstransparenz (ex-post).
  • Überwachung der Positionen von Warenderivaten unter Berücksichtigung von einzurichtenden Limiten.
  • Aufzeichnungspflicht und strukturierte Archivierung von Telefongesprächen vor der Erbringung einer Dienstleistung, die im Zusammenhang mit der Annahme, Weiterleitung oder Ausführung von Orders stehen.

Compliance & Corporate Governance

  • Steigende Anforderungen an die Geschäftsleitung, Anlageberater, Vertriebsmitarbeiter und Mitarbeiter der Finanzportfolioverwaltung. Jährliche Prüfung der Mitarbeiterqualifikationen durch den Compliance Beauftragten.
  • Vermeidung von Interessenskonflikten.
  • Etablierung einer aufsichtsrechtlich konformen Vergütungspolicy.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Umsetzung der MiFID II Richtlinie. Unser systematisches Vorgehen passen wir individuell auf den tatsächlichen Bedarf ihrer Gesellschaft an um pragmatische Lösungsansätze zu operationalisieren.

Unser Vorgehen

  • Betroffenheitsanalyse der Organisationsbereiche bzw. rechtlichen Einheiten
  • Gap-Analyse durch Gegenüberstellung der derzeitigen Geschäftspraktiken mit den konkreten regulatorischen Anforderungen der MiFID II Richtlinie
  • Ableitung des tatsächlichen Handlungsbedarfes
  • Strukturierte Umsetzung und fortwährendes Monitoring marktbewährter Lösungsansätze

Wir haben Ihr Interesse geweckt? Gerne können Sie sich gerne jederzeit mit Michael Kispert (michael.kispert@vivacis.de) in Verbindung setzen.